Warum filmen alle professionellen Videografen in LOG – und was hat das mit Color Grading zu tun?

Wenn du anfängst, dich ernsthaft mit Videografie zu beschäftigen, stolperst du früher oder später über einen Begriff: LOG. Jeder Profi filmt darin. Das Bild sieht flach und unattraktiv aus. Trotzdem schwört die ganze Branche darauf. Warum?


Was ist ein LOG-Profil?

LOG (kurz für „logarithmisch”) ist ein Aufnahmeprofil, das deine Kamera so einstellt, dass sie so viel Bildinformation wie möglich speichert, auf Kosten von Kontrast und Sättigung im direkten Look.

Das Ergebnis ist ein flaches, ausgewaschenes Bild. Das klingt schlecht, ist aber der entscheidende Vorteil: In diesem flachen Bild stecken deutlich mehr Helligkeitsinformationen als in einem normalen, kontrastreichen Bild.


Warum ist das wichtig? 

Kameras haben einen begrenzten Dynamikumfang das ist die Spanne zwischen dem dunkelsten und dem hellsten Bereich, den sie gleichzeitig aufnehmen können. Das menschliche Auge sieht viel mehr Abstufungen als eine Kamera.

Wenn du in einem normalen Bildprofil filmst und eine helle Lichtquelle im Bild hast, wird sie ausgefressen – die Highlights sind weg, weiß, keine Information mehr. In LOG bleibt in diesen Bereichen noch Information erhalten. In der Nachbearbeitung kannst du sie zurückholen.


Was hat das mit Color Grading zu tun?

Color Grading ist der Prozess, in dem du aus dem flachen LOG-Bild einen finalen Look erstellst. Du gibst dem Bild Kontrast, Farbe, Stimmung – genau so, wie es zum Projekt passt.

Das ist der Grund, warum professionelle Videos so aussehen wie sie aussehen: Der Look ist nicht aus der Kamera, er entsteht in der Nachbearbeitung. LOG ist der Rohstoff, Color Grading ist die Verarbeitung.


Welche LOG-Profile gibt es?

Jeder Kamerahersteller hat sein eigenes Format: Sony nennt es S-Log (S-Log2 oder S-Log3), Blackmagic nennt es BRAW, Canon C-Log, Panasonic V-Log. Der Grundgedanke ist immer derselbe – die Ausführung unterscheidet sich leicht.


Soll ich als Einsteiger auch in LOG filmen?

Ehrliche Antwort: Erst dann, wenn du verstehst, was du damit machst. Ein flaches LOG-Bild, das unbearbeitet auf YouTube landet, sieht schlechter aus als ein normales, direkt aus der Kamera. LOG macht nur Sinn, wenn die Nachbearbeitung folgt.

Lerne zuerst, was Color Grading ist. Fange dann mit einfachen LUTs (Lookup Tables) an. Steige dann auf manuelles Grading um, wenn du ein Gefühl dafür entwickelt hast.


Fazit

LOG ist kein Selbstzweck – es ist ein Werkzeug. Es gibt dir in der Nachbearbeitung maximale Flexibilität. Wer das versteht, versteht, warum Profis nie ohne es filmen.

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